Ghostwriter
Gestern Abend kam ich endlich mal dazu mein neues Stativ praktisch einzusetzen, ich wollte endlich mal wieder etwas mit Langzeitbelichtung machen. Im weiteren Sinne wurde daraus dann ein inszeniertes Fotoshooting, bzw. ein experimentelles Fotoshooting. Ich bin einfach mal unbedarft mit meinem spärlichen Wissen über Ausleuchtung und Inszenierung an die Sache gegangen. Entsprechend kamen am Ende viele Fotos dabei heraus, die fehlerhaft und unspektakulär sind. Jedoch sind es allesamt für mich sehr lehrreiche Fotos. In diesem Beitrag möchte ich die Schlüsse und Erkenntnisse mal auflisten.
Drehbuch ausarbeiten
Überlegt euch vorher gut den Ablauf, besonders die Reihenfolge. Bei einer Langzeitbelichtung im Dunkeln hat man ja sehr gut die Möglichkeit Dinge auf ein Foto zu bannen, in dem man sie kurz sehr hell mit einem Blitz beleuchtet, anschließend kann man das Subjekt verschieben, ersetzen, usw. ohne das es auf dem Foto verschwindet. Der Klassiker darunter ist es eine Person mehrfach auf das gleiche Foto zu bekommen, indem die Person einmal hell angeblitzt wird, sich dann bewegt und wieder angeblitzt wird. Die Person ist dann für einen kurzen Augenblick ein vielfaches heller, als der Hintergrund und Umgebung und somit reicht dann in einer Langzeitbelichtung auch der kurze Moment aus um voll sichtbar auf dem Foto zu erscheinen. Würde man die Person über den ganzen Belichtungszeitraum so hell anstrahlen wäre sie logischerweise dann hoffnungslos überbelichtet.
Die Reihenfolge der Positionsänderungen und Ausleuchtungsphasen sollte man sich vorher gut überlegen und während der Aufnahme parat haben. Je nachdem wie lang man die Belichtungszeit wählen kann und was man alles vor hat, können recht viele Dinge zusammenkommen die man in kurzer Zeit ausführen muss. Besonders wenn mehrere Personen beteiligt sind, ist ein ausführliches “Drehbuch” unumgänglich, wie beim Film.
Bei dem Beispiel eine Person mehrfach auf ein Bild zu packen, möchte man das Subjekt hintereinander anordnen muss man entsprechend mit der hintersten Position anfangen und etwas dunkler angeleuchtet werden als die Positionen davor. Möchte man die Person als Geister darstellen muss man die Reihenfolge umdrehen und am Ende gegebenenfalls nochmal kurz den Hintergrund an leuchten.
Dunkel vs. hell

Hell vs. dunkel
Möchte man halbtransparente Gegenstände auf dem Foto erzeugen, kann man die Szene erst mit und dann ohne die Gegenstände an leuchten. Also so das der Hintergrund drüber geblendet wird. Dabei muss man dann allerdings beachten, dass dunkel Flächen anschließend deutlich transparenter erscheinen als helle. Recht deutlich sieht man das auf dem Bild rechts anhand der Feder im Vergleich zum Papier. In dem Bild ist auch noch ein weiterer Fehler, der sich auf den vorherigen Punkt bezieht: Ich habe die korrekte Reihenfolge nicht eingehalten. Man sollte bei diesem Effekt immer die Gegenstände Schicht für Schicht entfernen. Entfernt man 2 Schichten gleichzeitig, wie auf dem Bild, passiert es, dass man unter der Feder kein Papier durchscheinen sieht. Eigentlich sehr logisch, aber man muss halt dran denken.
Fernauslöser
Der vollständigkeithalber möchte ich auch noch mal erwähnen, dass man einen Fernauslöser für seine Kamera haben sollte, den man arretieren kann. In der Regel muss man nämlich länger als 30 Sekunden belichten muss oder möchte. Hat man eine Olympus stehen einem in der Regel sogar 60 Sekunden als Belichtungszeit zur Verfügung ohne das man auf den Bulb-Modus gehen muss. Da kann man unter Umständen um den arretierbaren Fernauslöser herumkommen. Für Canon Kameras kann man sicht oft aus einem Kabel mit einem 2,5mm Klinke-Stecker selbst einen günstigen Kabelauslöser basteln, wenn man das Material sowieso in der Bastelkiste hat. Einfach mal nach googlen, gibt es eine Menge Anleitungen zu.
Zu helle Kerzenflamme
Hat man auf einer Langzeitbelichtung eine Kerze wird die Flamme zwangsläufig viel zu hell und bei weit geschlossener Blende mehr zum Stern als Kerzenflamme. Möchte man diesen Effekt nicht haben, sollte man die Flamme kurz nach Beginn der Belichtung einfach löschen. Von ausblasen sollte man danna ber absehen, denn dann verwackelt die Flamme und das wird auf dem Foto sichtbar. Die Flamme also mit etwas möglichst dunklen löschen. Nimmt man die helle Hand, wird diese dann unter Umständen auf dem Foto sichtbar, da sie von der Flamme noch sehr hell angestrahlt wird.
So das wars dann erst einmal.
No related posts.


